Es wird ungemütlicher

Seit ziemlich genau zehn Monaten gibt es nun bereits „Amberg liefert“. 
Eine lange Zeit – in Krisenzeiten fühlt es sich noch länger an. Vieles hat sich getan in diesen Monaten. Viele neue Regeln wurden im Einzelhandel und der Gastronomie eingeführt. 
Unsere Welt, unser Amberg, wie wir es noch vor einem Jahr kannten, gibt es so nicht mehr. Zumindest derzeit nicht. Ob es wieder so wird?  

Ich weiß es nicht. Niemand weiß das. Schon jetzt hat sich Amberg verändert Es ist ruhiger geworden. Leiser. Und leerer. Einige Geschäfte haben es nicht bis hierher geschafft, sie haben geschlossen. Auch zwei, drei Lokale gibt es nicht mehr. Das ist schade und schmerzt mir sehr. Jede solche Meldung ist ein kleiner Stich, war es eigentlich doch mein Ziel, alle irgendwie durch diese verdammte Krise zu bringen. Zusammen mit allen Ambergern. Und da ist es. Das Wort, das mich in den vergangenen Wochen so umtreibt: Zusammen! Sind wir das immer noch – zusammen? Immer öfter beschleicht mich das Gefühl: das war mal. Am Anfang der Krise, beim ersten Lockdown. Da haben wir zusammengehalten. Da haben wir gemeinsam für alle gekämpft, saßen alle in einem Boot. Aber das hat sich verändert. Etwas hat sich verändert. Aber was? Warum gehen in der Facebookgruppe auf einmal fremde Menschen aufeinander los? Warum werden Angebote durchdiskutiert? Warum fühlt es sich auf einmal so anders an? 

Wir haben vergessen

Ich fürchte, wir haben schon wieder vergessen. Wir haben vergessen, wie sich der Schrecken angefühlt hat, als unser Leben von heute auf morgen stillstehen musste. Als wir lernen mussten, Abstand zu nehmen. Als wir bemerkt haben, dass es wichtigeres auf der Welt gibt, als immer mehr und immer schneller. 
Und wir vergessen noch immer. Wir vergessen, dass wir nicht alleine sind. Wir sind nicht die Einzigen, die derzeit leiden. Jeder Amberger hat derzeit seine Probleme, jeder sucht nach seinem Weg, mit der Krise umzugehen. Wir beginnen zu vergessen, darauf acht zu geben, mit welchen Herausforderungen der Andere gerade kämpft. Ich glaube, es liegt daran, dass wir müde geworden sind. Irgendwo zwischen Lockdowns, Homeoffice, Homeschooling, Click & Collect und Takeaway haben einige von uns den Mut und die Kraft verloren, zu kämpfen. 

Ich kann das verstehen, mir geht es manchmal auch nicht anders! Es fehlen oft Antworten und Perspektiven für existentielle Fragen. Die zu liefern ist die Aufgabe der Politik – und von Interessens- und Lobbyverbänden. Es gibt Beratungsstellen. Es gibt Info-Büros. Es gibt Hilfsangebote. Und es wäre wichtig, wenn die alle jetzt noch viel mehr als bisher an der Seite der Unternehmer, Geschäftsleute, Ladenbesitzer, Wirte und Gastronomen kämpfen würden: Für Infos, Hilfen und Perspektiven.

 

Alleine geht es immer noch nicht!

Wir wollen eigentlich nicht mehr, wir sehnen uns einfach nach Normalität. Diese Gefühl erdrückt gerade viele von uns. Aber es gibt ein Rezept, wie wir diese Zeit meistern können: Achtsamkeit und Zusammenhalt. Da ist es wieder, das Wort Zusammenhalt! Ich würde mir wünschen, wir würden dieses Wort auch im Alltag wieder mit mehr Leben füllen. Auch in den Kommentarspalten der Social Networks, auch im Supermarkt an der Kasse. Und auch dann, wenn wir überlegen, wo wir einkaufen gehen. Halten wir wieder mehr zusammen gegen diese verrückte Zeit. Kämpfen wir für die mit, die gerade nicht mehr können. Lassen wir unser Amberg jetzt nicht im Stich. Ob wir auf der Zielgeraden oder in der Halbzeit sind, weiß keiner so genau. Aber eines ist sicher: einen großes Teil des Weges sind wir schon gegangen. Jetzt lohnt es sich nicht mehr, umzukehren oder schlappzumachen. Motivieren wir uns gegenseitig.
Für jeden Laden in Amberg. Für jede Kneipe, jedes Café und jedes Restaurant in Amberg. Für uns. Für Amberg. Für unser Amberg. Gemeinsam!

Euer Michael

Euer Michael

Amberg liefert