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Massiver Personalmangel in der GastronomieMassiver Personalmangel in der Gastronomie

100.000 – eine beeindruckende Zahl. Genau so viele Mitarbeiter fehlen in der Gastronomie bundesweit. Das sagte jetzt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Branchenverbands Dehoga, der “Passauer Neuen Presse”. Auch Amberg trifft es hart.

Egal, mit welchem Gastronom aus Amberg man spricht, das Gespräch kommt schnell auf das Thema Personal. “Du findest einfach keine Mitarbeiter mehr.” heißt es dann. Die Lage war schon vor Corona schwierig – Fachkräfte waren schwer zu finden. Doch jetzt ist es fast aussichtslos. Jeder Betrieb hat so seine Probleme mit der Suche nach neuen Mitarbeitern – und geht damit anders um. Die einen versuchen, die Herausforderungen alleine zu meistern und stehen fast pausenlos hinter der Theke oder in der Küche. Wenn es gar nicht anders geht, erledigen sie mehrere Jobs gleichzeitig: Ausschank, Service, Küche und Restaurantleitung. Andere wiederum spannen die gesamte Familie ein und riskieren damit nicht selten viel zu viel – den Familienfrieden inclusive. So mancher Betrieb wählt den Weg, das Angebot anzupassen, indem die Öffnungszeiten angepasst oder mehr Ruhetage eingeplant werden – sie planen also mit weniger Ressourcen. 

"Wir müssen daher alles dransetzen, diese Lücken zu füllen, damit unsere Gäste nicht nach der Pandemie mancherorts vor verschlossenen Türen stehen."

Ingrid Hartges

Hauptgeschäftsführerin DEHOGA

Dabei ist es nicht so, als würde die Arbeit in der Gastronomie weniger. Denn auch wenn die vergangenen zwei Jahre wegen vieler Corona-Einschränkungen sehr hart waren: Die Menschen gehen gerne in die Amberger Restaurants und Cafés! Doch wenn die Lage sich nicht deutlich entspannt, wird sich auch die Amberger Gastronomieszene zwangsläufig verändern. 

Woran liegt es, dass immer weniger Menschen in der Gastronomie arbeiten wollen? Früher fand man hier gerade im Service oft äußerst motivierte Mitarbeiter:innen auf Stundenbasis und Aushilfen, die mit viel Leidenschaft ihre Gäste bedienten. Sie schlossen so mache durch fehlende Fachkräfte entstandene Lücke im Dienstplan. Doch als der erste Lockdown kam, war gerade bei diesen Mitarbeitern die Verunsicherung groß: Wann geht es weiter? Werde ich dann noch gebraucht? Wie werden dann die Arbeitsbedingungen sein? Nur ein paar der Fragen, die diese Menschen beschäftigten. Sich suchten sich neue (Teilzeit-)Jobs und fanden diese oft im Handel oder auch zum Beispiel bei den vielen Testzentren. Dazu kommt oft noch eine falsche und längst veraltete Vorstellung von der Arbeit in der Gastronomie.

Dabei ist die Gastronomie eine attraktive Branche: Gerade, wer gerne mit Menschen arbeitet, kann hier sehr glücklich werden. Doch die Aufgabenfelder sind vielfältiger als es auf den ersten Blick scheint: in der Verwaltung sind kaufmännisches Geschick bei der Beschaffung, Kreativität im Marketing, Führungsqaulität gefragt. Im Service geht es um Feinfühligkeit, Spaß am Servicegedanken und eine gute Auffassungsgabe. In der Küche sind Kreativität, Genauigkeit und Flexibilität gefragt.

© DEHOGA/Alois Müller

Ja, die Arbeitszeiten in der Gastronomie sind nicht immer optimal. Doch gerade für Menschen, die Ihren Tag nicht immer schon um 07:00 Uhr Morgens starten wollen (oder können) ist das auch eine Chance – zumal viele Gastronomen da inzwischen viel aufgeholt haben: nicht nur die Öffnungszeiten wurde angepasst, Schichtpläne wurden optimiert und Teilzeitmodelle sind im Trend. Längst werden Mitarbeiter aus der Gastronomie hoch angesehen und geschätzt. 

Auch was die Bezahlung angeht, hat sich viel getan: Die Zeit, in denen die Grundgehälter nicht besonders hoch und die Arbeit nur wegen der Trinkgelder attraktiv war, ist längt passé. Das Einkommen ist gut und leistungsbezogen, die Trinkgelder kommen noch immer obendrauf.  Zusätzlich bieten viele Betriebe interessante Zusatzleistungen – Verpflegung während der Arbeitszeit ist nur eine davon. Vieles ist denkbar: Jobrad, vermögenswirksame Leistungen oder Fortbildungen sind denkbar.

Gerade jetzt sind die Chancen für Quer- und Wiedereinsteigern groß, in der Gastronomie und Hotellerie Fuß zu fassen und durchzustarten. Bald werden die aktuellen Beschränkungen fallen. Die Branche ist wie kaum eine andere im Wandel und bietet unglaublich viele Nischen: Kleine, auf  eine besondere Kundengruppe spezialisierte Betriebe etablieren sich neben Traditionshäusern, die sich mit viel Liebe neu erfinden und Ketten und Systemgastronomien, die ihr Angebot an regionale Gegebenheiten anpassen. Nachhaltigkeit, Weltoffenheit, Kreativität und Regionalisierung sind nur einige der Schlagwörter, die die aktuelle Situation am besten beschreiben.

Jetzt fehlt es nur noch an genug Menschen, die mithelfen, eine der spannendsten und abwechlungsreichsten Facetten der bayerischen und Amberger Lebensart am Leben zu erhalten – und die Wirtshaus- Restaurant- und Cafékultur fit für die Zukunft zu machen. Mit einer guten Portion Spaß, einem sicheren Einkommen und vielen Chancen, Erfolg zu haben.

Bei “mein Amberg” finden sowohl Gastronomen, als auch Jobsuchende eine kostenlose Stellenbörse, die gerne und oft genutzt wird. Darin finden sie viele offene Stellen in den Amberger Betrieben. 

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Die große Suche nach dem PersonalDie große Suche nach dem Personal

Die Amberger waren hungrig – nach ihrem Lieblingsrestaurant. Sie gehen wieder essen, holen gerne ab oder lassen noch lieber liefern. Das ist toll – für die Gäste und die Gastronomen gleichermaßen. Immerhin haben sie viele Monate aufeinander verzichtet. Doch es gibt ein Problem: Es gibt kaum Personal!

“So schlimm wie zur Zeit war es noch nie!” – diese Worte lassen mich aufhorchen. Nicht zum ersten mal höre ich sie in den vergangenen Wochen. Der Gastwirt, der mir diesen Hilferuf per WhatsApp schickt, ist mit seinem Latein am Ende. Er findet keine Servicekräfte. Vor Corona waren Jobs in der Gastronomie begehrt – doch das ist Vergangenheit. Egal in welchem Bereich, ob Köche, Service- oder Thekenpersonal: sie fehlen!

Viele Mitarbeiter haben sich während der insgesamt über neun Monate Lockdown neue Jobs gesucht – oder suchen müssen. Statt in der Gastronomie arbeiten sie nun in einem Supermarkt, füllen Regale auf oder sie verdienen nun ihr Geld irgendwo in der Produktion. Das waren die “sicheren” Einkommen der vergangenen Monate. Und noch etwas spielt eine Rolle: Die Arbeitszeiten sind oft vermeintlich angenehmer und geregelter. Das alles hat dazu geführt, dass einige Restaurants und Cafés ihre Öffnungszeiten, Angebote oder Services wie Lieferdienste einschränken mussten!

Dabei vermissen die meisten ehemaligen Bedienungen ihre Gäste und Köche ihre Küche durchaus. Denn auch wenn es oft stressig ist – der Ratsch mit dem Stammgast zwischendurch gehört doch dazu. Was also hält Sie davon ab, wieder zurück in den alten Job zu kommen? Ich vermute, es ist ein bisschen die Angst vor einem nächsten Lockdown, vor einem neuen Verdienstausfall. Dabei ist die Lage heute ganz anders als noch vor einigen Wochen. Im Gegensatz zu damals ist heute mehr als die Hälfte der Bevölkerung (zumindest einmal) geimpft, was als aus Voraussetzung für eine Öffnung galt und gilt. Auch die Gastwirte sind inzwischen extrem routiniert mit dem Prozedere rund um Tests und Registrierung und haben bewiesen, dass Restaurants und Cafés keine Pandemietreiber sind. 

Zudem sind die Gastronomen noch flexibler geworden als vorher: egal, ob es um die Frage Teilzeit oder Vollzeit geht, oder darum, zu welcher Uhrzeit oder an welchem Wochentag gearbeitet wird – fast alles ist machbar. Vom Dazuverdienen über den Studentenjob bis zum Hauptjob, ob für Neueinsteiger, Wiedereinsteiger oder erfahrene Profis: Jeder bekommt seine Chance. Und auch beim Gehalt und bei zusätzlichen Leistungen haben viele Gastronomen nachgebessert.

Wer einmal in der Gastronomie gearbeitet hat, der weiß, wie viel Spaß es dort macht. Wie verbunden man mit seinem Arbeitsplatz und den Kollegen dort ist. Wie stolz man auf die Teamleistung ist, die man erbringt. Und wie schön es ist, glückliche Gäste zu erleben. 

Daher meine Bitte: Trauen Sie sich. Kommen Sie zurück oder kommen Sie neu dazu. Denn die Menschen in der Gastronomie prägen das Leben in Amberg mit. Sie erfüllen die Stadt mit Leben, sie zaubern Köstlichkeiten auf den Teller und ins Glas. Sie machen Menschen glücklich und schaffen Orte der Begegnung! Die Amberger haben bewiesen, dass sie Ihre Restaurants und Cafés lieben und retten wollen. Jetzt können Sie dafür sorgen, dass es noch mehr bergauf geht!

Ihr Michael Sandner
Ihr Michael Sandner

Der "Amberg ...liefert!"-Gründer hat sebst einige Jahre in der Gastronomie gearbeitet.

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