Was bleiben soll

Amberg erwacht immer mehr. Jeden Tag ein kleines Stückchen mehr. Es wird Schritt für Schritt wieder “unser Amberg”.
Ein paar ganz persönliche Gedanken dazu.

Wer dieser Tage durch die Amberger Innenstadt spaziert, bekommt sehr schnell ein Gefühl dafür, wie sehr die Amberger “ihr Amberg” vermisst haben. Die Biergärten, Terrassen und Cafés sind voll (oder zumindest so voll es eben derzeit geht), die Läden wieder gut besucht. Wir alle sind hungrig – hungrig nach Leben und Normalität. Es wird wieder alles werden wie früher. Aber wollen wir das überhaupt?

Mich lässt der Gedanke nicht los, ob unsere Stadt wirklich wieder werden muss, wie vor der Pandemie. Oder, ob wir nicht auch ein paar gute Aspekte der vergangenen Monate in unser “normales” Leben hinüberretten können. Ja, retten. Denn es war nicht alles schlecht oder schlimm, was sich seit März 2020 getan hat. 

Die Macht des "Wir"

Ich hatte das Gefühl, aus uns Ambergern ist ein Team geworden. Eine echte Mannschaft. Wir haben gelernt, dass nicht nur der Einzelne zählt, sondern, dass es sich lohnt, auch auf andere zu schauen. Wir haben verstanden, dass wir gemeinsam viel mehr für unsere Stadt erreichen, wenn wir an einem Strang ziehen. Das klingt gut und ist Balsam für die Seele. Aber war es auch wirklich so? Haben wir wirklich mehr aufeinander acht gegeben? 

Ja, haben wir. Ich hab das jeden Tag erleben dürfen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich immer noch unbeirrbar hoffnungsvoll bin. Wir alle können das, was wir in den vergangenen Monaten gelernt haben, nicht einfach vergessen. Oder versinkt das kleine Dorfwirtshaus wieder in der Versenkung, wenn wir nicht mehr dort bestellen, um die Wirte gezielt zu unterstützen? Bestimmt nicht – dazu haben wir und einfach viel zu viel darüber gefreut, etwas neues entdeckt zu haben. Wir haben dazu geholfen, einen Geheimtipp etwas bekannter zu machen. Wir werden nicht den kleinen Händler vergessen, der uns den Muttertag gerettet hat, als Amazon sein Lieferversprechen nich eingehalten hat. Wir vergessen nicht die vielen kleinen Ideen, die entstanden sind: Kochboxen, Frühstückskisterl, Gastronomiequartett oder AMBERG liefert. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Restaurants mehr können, als nur Essen direkt am Tisch zu servieren, dass wir alle auch an unserem Amberg teilhaben können, wenn wir das Haus ein paar Tage nicht verlassen können. (Danke an dieser Stelle für tolle online-Konzerte!)

Gemeinsam ist einfach besser!

Die Aktion ZAMHALTN war weit mehr als nur ein Slogan – es ist zum Motto vieler Amberger geworden. Auch der Geschäftsinhaber. Viele haben gemerkt: Gemeinsam sind sie viel stärker und besser. Auch wenn im Geschäftsleben jeder auf sich schauen muss, macht es eben Sinn, Allianzen zu schmieden und sich Partner zu suchen:  Gastronomen tun sich zu gemeinsamen Projekten zusammen, lokale Start-Ups bekommen die Chance, bei Händlern ins Regal zu kommen.

Auf die Frage "Wie geht's?" gibt es nur eine Antwort: Gemeinsam gut!

Michael Sandner

Es zeigt sich: ein Florist und eine Seifenmanufaktur sind ein tolles Team, ebenso wie eine mobile Baristabar und ein neues Restaurant. Das ist ZAMHALTN. Doch all das wäre nicht möglich, hätten und würden die Amberger nicht mitmachen. Hätten sie ihre Kochbox in Berlin und das Weihnachtsgeschenk in Buxtehude bestellt, hätten sie Lieferando statt AMBERG liefert genutzt. Haben sie aber nicht. Wir alle hatten ein Ziel: “Unser” Amberg retten und besser machen. Ist uns das gelungen? Ich glaube: Ja. 

Natürlich gab es Rückschläge, natürlich hat leider nicht jeder Gastronom oder Händler bis heute durchhalten können. Aber gemeinsam haben wir ganz schön viel erreicht – schaut Euch mal an einem sonnigen Nachmittag in der Fußgängerzone um!

Und jetzt? 

Jetzt geht es also wieder normaler weiter. Was ich mir wünsche, was ich hoffe? Ganz einfach: Weiter ZAMHALTN, weitermachen als Team für uns alle! Liebe Händler: Bleibt kreativ, bleibt offen für Neues! Liebe Gastronomen: Bitte steht weiter eng zusammen, seht einander nicht als Gegner, sondern als verschiedene Angebote, die nur gemeinsam ein leckeres Buffet sind. Liebe Amberger: gebt weiter lokalen Angeboten den Vorzug, nehmt die tollen Angebote auch an und achtet aufeinander. 

Michael Sandner
Michael Sandner

"AMBERG liefert"-Gründer

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